2010 schien es das Wetter mit uns Paragleitern richtig gut zu meinen. Der Samstag sollte sogar ein potentieller Hammertag (=ein Tag der weite Flugstrecken möglich macht) werden- für den Sonntag waren Gewitter und starker Wind prognostiziert...
Die Strategie des Vorjahres, eine möglichst direkte Linie zu wählen, auf der man ohne Umwege laufen, und durch möglichst viele Abgleiter die erforderlichen Flugkilometer sammeln konnte, musste heuer überdacht werden.
Die Frage 2010 lautete: Wo setze ich meinen Wendepunkt, um auch noch weit genug zurückfliegen zu können, um für den Sonntag eine akzeptable Laufstrecke zurück ins Ziel zu haben?
Für mich kam nur die Strecke über Zell am See, weiter in Richtung Süden in Frage, da ich darauf setzte, im Pinzgau auch spät am Abend noch weit genug zurück fliegen zu können, um für den Sonntag eine "schaffbare" Reststrecke bis zurück ins Ziel zu haben. Für mich war die Strecke, auf der Chrigel später siegreich war, zu riskant, da ich nicht davon ausgegangen bin, auf dieser Strecke wieder zurück fliegen zu können. Und zu Fuss stellt sich einem auf dem Rückweg aus dieser Ecke nicht nur ein kleiner Berg in den Weg...
Leider kam der Wind im Pinzgau nicht wie erwartet aus Ost, sondern ziemlich stark aus West. Wie sich später herausgestellt hat, habe ich gerade noch rechtzeitig umgedreht und mich auf den Weg Richtung Westen gemacht. Ein Tal weiter östlich haben einige andere Teilnehmer bewiesen, dass es bereits beinahe aussichtslos war gegen den Wind anzukommen...
Ich konnte noch wie geplant bis Wald im Pinzgau zurück fliegen und mich nun, nach 7,5 Studen Flug, auf den Weg über die Filzenscharte Richtung Norden machen. Leider erreichte ich, trotz aller Mühen, die Filzenscharte erst um 21:05, noch vor sunset, aber bereits nach Einsetzen des Bergwindes. Also machte ich mich zu Fuss in Richtung Hohe Salve auf. Nach einem guten Abgleiter gings am Sonntag zurück zur Hochries.
Als Belohnung für die ganzen Mühen gabs einen 2. Platz hinter Chrigel Maurer, der mit einem ausgezeichneten Flug, der ihn am Samstag noch zurück ins Ziel geführt hat, seine Klasse wiedereinmal bewiesen hat.
Dennoch konnte er seinen Wendepunkt nur knappe 3 km weiter von der Hochries weg setzen als ich.
Alle Ergebnisse und Infos zum CROSSALPS 2010 gibts unter
http://www.crossalps.com/.
Der nächste Bewerb der Biotech bordairline Serie findet von 13.-14. August in St.Martin im Lungau statt.